Begriffserklärung

Wir haben schon über Baumscheiben gesprochen. Das sind Scheiben, die man quer zur Wuchsrichtung aus dem Stamm geschnitten hat. Wurde der Stamm nicht von seiner Rinde befreit, verläuft rundum die sichtbare Rinde. Man sieht in der Scheibe mehr oder weniger gut die Jahresringe rundum laufen, je nach Holzart schwach oder stark ausgeprägt.

Diese Art Schnitt ist besonders belastbar, beispielsweise auf stark beanpruchten Böden. Auch Hackklötze zum Holz machen sind aus Stirnholz gemacht, meist steht dort ein dickes Stück eines Stammes bereit. Sie werden durch die Klinge der Werkzeuge nicht so leicht beschädigt und trocknen draussen, der Witterung ausgesetzt, schneller.

Im Möbelbau wird selten mit Stirnholz gearbeitet. Das Holz reißt viel schneller bei Trocknung. Bretter für derartiges werden längs, also in Wuchsrichtung, gesägt, Rinde und das innere Mark werden entfernt.

Stirnholz ist also, da es viel schneller reißen kann, nicht nur bei Trocknung sondern auch, weil Holz ja „lebt“, durch Änderungen in der Umgebung, was Luftfeuchtigkeit betrifft, selten im Hausgebrauch. Wird dennoch eine Art Baumscheibe verwendet, wird meist mindestens das innere Mark ausgebohrt und durch ein Stück Splintholz ersetzt.

Hier sind Beispiele aus meinem Haushalt – Werke aus Baumscheiben

2 Schneidebrettchen und ein schöner Teller.

Der Riß in einem der Schneidebrettchen zeigt auf das Problem bei Stirnholz. Deshalb wird es nicht verwendet. Mich stört es nicht, ich erfreue mich an dem schönen Bild und der Nutzen des Brettchens wird dadurch nicht geschmälert.

Wie schön zu sehen, die verschiedenen Maserungen der verschiedenen Hölzer, die Sichtbarkeit der vollständigen Jahresringe!