Jetzt zeige ich Euch so knapp wie möglich auf, was getan werden muß … vom Baum bis zur Schale oder Dose.

1. Holzbeschaffung und Lagerung

Mit Motorsäge bewaffnet zieht Markus aus, weil jemand einen Baum gefällt oder beschnitten haben will. Dort wird also geschnitten/gefällt, alles Holz in Stücke für Brennholz zerkleinert, äste Entfernt etc. Mit etwas Glück kehrt er dann zurück mit einem oder mehreren brauchbaren Stücken für seine Drechslerei.

In den nächsten paar Tagen muß dies zerkleinert, der Länge nach aufgesägt werden, damit es vortrocknet, möglichst ohne zu reissen. Stirnholz wird immer mit Leim bestrichen, da es dort schneller abtrocknet als rundum durch die Rinde am Stamm oder Ast – was dann zu Rissen führen kann. Nun muß es lagern, möglichst ohne große Temperaturschwankungen und zu schneller Trocknung.

2. Vorbereitungen

Ist das Holz etwas vorgetrocknet, kann es mit der Kettensäge oder Bandsäge schon vorab in eine grobe Form gebracht werden. Ecken und Kanten müssen ab, denn die Drechselbank arbeitet nur „rund“!

Dies darf nun wieder zum Trocknen gelegt werden und wartet also nun wirklich auf die Drechselbank. Ist ein gewisser Trocknungsgrad erreicht, kann das gute Stück auf eine Platte aufgeschraubt werden, die dann in die Drechselbank gespannt werden kann. So kann nun z.B endlich der Boden eingedrechselt werden, so, dass er ins Futter eingespannt werden kann.

Hier sieht man, wie der Boden vorbereitet wird, um das Stück damit ins Futter einspannen zu können.

Ist das Futter am Boden befestigt, kann man zb die zukünftige Schale oder Dose „aushöhlen“ und ihr ihre äußere Form geben. Jetzt hat man also einen Rohling – der wiederum zum Trocknen gelegt werden muß. Hier liegen Rohlinge aus Mirabellenholz, deren Form man schon erahnen kann.

3. Das Ausdrechseln

Hat man Pech, gibt es dennoch Risse – trotz aller Vorsicht und Behutsamkeit.
Hat man Glück, kann nun der Rohling in seine endgültige Form und Schönheit gedrechselt werden. Dann wird von grob nach fein glattgeschliffen in mehreren Schritten. Auch dies wird auf der Drechselbank gemacht.

4. Oberflächenbearbeitung („Finish“)

Das fertige Stück wird nun innen und außen mit Hartöl behandelt. Ist dies schön getrocknet, muß nun nochmals glatt geschliffen werden. Danach wird Wachs aufgetragen und ordentlich poliert.

Bei all diesen Schritten bedenke man, dass das einzelne Stück ein jedes mal neu in die Drechselbank eingespannt und befestigt werden muß. Rauf – runter – rauf – runter ….

So entsteht etwa eine Schale. Einmal der gesamte Vorgang.

Bei Dosen mit Deckel handelt es sich genau genommen um zwei Werkstücke, die beide einzeln bearbeitet werden müssen.

Hat man eine Dose mit einem schönen Knopf aus z.B. Zwetschgenholz, hat man den ganzen Vorgang 3 mal. Korpus, Deckel und Griff müssen ein jedes extra gedrechselt werden. Es sind also 3 separat gedrechselte Stücke.

Macht man allerdings noch ein besoderes Kunstwerk, etwa indem man einen Riss heilt und veredelt mit kostbarem Mooreichenholz, muß dieses Stück Mooreiche zusätzlich vorbereitet, geschnitzt und eingefügt werden.