Frisch geschlagenes Holz ist naß. Es ist so naß, dass es nur so spritzt, wenn man es in die Drechselbank gibt und die Maschine anmacht. Der Wassergehalt von frischem Holz beträgt 50 % – 60%, manchmal mehr.
Will man es zu einem Produkt fertigstellen, muß es deutlich trockener sein. Das bedeutet, man muß es entsprechend zerkleinern (damit es nicht Jahre dauert) und fachgerecht lagern. Markus dreht manchmal Rohlinge vor, die eine Wandstärke von 3-5 cm haben. Das reduziert noch einmal die Trocknungszeit.
Im Spätherbst oder im späten Winter, z.B. jetzt, Januar bis Anfang März, werden Bäume beschnitten oder gefällt. Markus hat also derzeit einiges zu tun, da er ja sein Holz selbst schneidet. Er ist seit Wochen auch damit beschäftigt, dieses von ihm geschnittene Holz zu zerkleinern, einzulagern, den ein oder anderen Rohling vorzubereiten. Dies muß er tatsächlich sofort machen, das läßt sich nicht aufschieben … sonst hat er nach kurzer Zeit nur noch gerissenes Brennholz da liegen.
Deshalb bekomme ich derzeit kaum noch fertige Werke von ihm aus seiner Werkstatt mitgebracht.
Das ist also die schlechte Nachricht.
Der guten Nachrichten gibt es gleich zwei.
Erstens: Sobald dieses Holz trocken genug ist, gibt es wieder neue wunderschöne Stücke.
Zweitens: Er hat einiges vorgetrocknetes Holz eingelagert. Sobald das nasse Holz ordentlich zum Trocknen liegt, kann er sich dran machen, und bringt mir also wieder etwas aus seiner Werkstatt mit.
Schmankerl zum Wissen sammeln:
1 Kubikmeter nasses Holz hat also bis zu 60% Wassergehalt.
Das ergibt einen Wasseranteil von bis zu 600 Litern!
Das sind etwa 6 Badewannen voll mit Wasser.
Zum Drechseln benötigt der Drechsler Holz, welches weniger Wassergehalt hat als 12%.

Hier prüft Markus den Wassergehalt eines bereits vorgedrechselten Rohlings.
Aha! 28,9% Wassergehalt. Dieser Rohling muss also noch warten. Einen Riß hat er auch, das bedeutet, er braucht zusätzliche Zuwendung. Das gibt eine wunderbare und herrlich große Schale.
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