Holz hat verschiedene Schichten, die man gut in sogenannten „Baumscheiben“, quer zum stehenden Baum geschnitten, erkennen kann.

Ganz außen ist die Rinde.

Danach kommt eine Ernährungsschicht und Wachstumsschicht. Ähnlich wie in unserer Blutbahn wird in dieser Schicht von den Wurzeln nach oben (und innen) transportiert, was der Baum braucht. Diese Ernährungsschicht nennt man Splintholz. Sie liegt unmittelbar unter der Rinde. Diese Schicht ist also wasserreich, nährstoffreich und auch anfällig für Pilz – und Insektenbefall. Sie ist je nach Holzart unterschiedlich stark (dick).

Die nächste Schicht nennt man Kernholz, das Holz, das wir in seiner schönen Zeichung mit den Jahresringen kennen. Es ist härter als das Splintholz und gibt dem Baum die eigentliche Festigkeit und Stabilität.

Ganz innen ist noch ein kleines „Zentrum“, welches man „Mark“ nennt. Dieses Mark ist manchmal recht bröselig und muß oft, auch um Querrisse zu vermeiden, entfernt werden. Am deutlichsten erkennt man es am Holz vom Holunder. Dessen Mark kann mit einem spitzen Gegenstand regelrecht ausgehöhlt werden. So kann man aus einem Stück Holunderzweig schnell ein kleines Pfeifchen basteln.

Alle Schichten sind durch die sogenannten „Strahlen“ (auch Markstrahlen) miteinander verbunden, die im Querschnitt, also von außen nach innen verlaufen. Meist glänzen sie, weshalb man sie auch „Spiegel“ nennt. Sie transportieren Nährstoffe von der Splintschicht in die Mitte hinein.

 

Von außen nach innen also: Rinde – Splintholz – Kernholz – Mark

Rechts sieht man Rinde, Splintholz, Kernholz und Mark. Zusätzlich kann man hier viele „Strahlen“ sehen. Perfekt, alles drin! – dies ist im Übrigen mein Vesperbrett, Topfuntersetzer, Servierbrett für Käse etwa. Das lag mal als Scheibe dumm rum. Dann haben Kinder es bemalt. Dann hat nach einigen Jahren mein Mann abgeschliffen und nun ist es in meiner Küche und auf unserem Eßtisch – auch schon wieder einige Jahre. Es handelt sich um Eichenholz mit einem breiten Splint und deutlichen Markstrahlen.

Noch eine Baumscheibe mit kaum sichtbarem Splintholz, dafür recht schönes Mark in der Mitte. – dieses Küchenbrett hatte schon vor der Fertigstellung einen Riß, meine Frau wollte es aber trotzdem haben. Es dient ihr seit vielen Jahren.

 

An diesem verwachsenen Brett kann man sehr schönen Insektenbefall bestaunen! Von links oben bis zur Mitte runter zieht sich ein heller Streifen Splintholz, der recht schäbig aussieht. Schaut man genau hin, sieht man des Holzwurms Geschäftigkeiten. Er wohnt da aber schon lange nicht mehr, es wurde ihm letztlich zu ungemütlich in unserer Küche.