Verwachsungen
Eine Verwachsung entsteht beispielsweise in Astgabelungen und befindet sich im Holz drinnen sichtbar als das uns bereits bekannte schöne dunkle Bild in zauberhaften Formen ( ich hatte einmal eine große helle Schale mit dunklem Engelsflügel).
Die Verwachsung wird beim Drechseln sichtbar – obwohl man schon vorher ahnen kann, dass man an einem Stück Holz sicher etwas davon heraus arbeiten kann.
Das Drechseln an verwachsenem Holz kann auch gefährlich sein. Es ist „bockig“ und unberechenbar. Es gibt sehr harte und dann wieder weiche Stellen. Nicht nur einmal ist meinem Mann ein verwachsenes Stück Holz aus der Drechselbank gesprungen und prallt dann mit voller Wucht irgendwo hin.
Die Drehrichtung ist zum Drechsler hin! Das Stück fliegt also mit Schwung und Masse dem Drechsler entgegen. Deshalb verwenden die meisten Drechsler ein solches Holz nicht für ihre Arbeit. Doch das phantastische Bild hernach im fertigen Werk macht es ausgesprochen beliebt.
Ein Laie weiß nichts über die zusätzlichen Mühen mit einem solchen Stück und auch nichts über die Gefahr für den Drechsler.
Die Baumkante – der Naturrand
Die Baumkante ist außen, der mehr oder weniger dicke Bereich der Rindenschicht. Man kann dies berücksichtigen, noch bevor man Hand anlegt an das Stück Holz. Man kann nicht einfach „drüber drechseln“, davon geht sie kaputt.
Viel Behutsamkeit, Erfahrung und Fingerspitzengefühl sind jetzt nötig.
Das ganze Werkstück muss anders, aufwendiger gedreht werden, die Baumkante muß geschont und nachträglich behutsam extra geglättet und geschliffen werden. Hierfür braucht der Drechsler mehr Zeit. Er darf beim Drehen nicht mit seinen Eisen nur so drüberdonnern, dann bricht das ab und ist verdorben.
Das ist ein erheblicher Zeitaufwand. Und ich sehe Markus, wie er mit Liebe daran arbeitet.
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